In Zusammenarbeit mit der "GCI GmbH" und der "Pigadi GmbH" entstand im Zeitraum von April bis Anfang September 2007 meine Diplomarbeit zu folgenem Thema: 
Das Ziel der Arbeit bestand in der Analyse der Fließcharakteristik von Intensiventsandungsprozessen im brunnennahen Raum und der Anfertigung einer Szenarioanalyse sowie der anschließenden Verifizierung der theoretischen Ergebnisse anhand eines Praxistest.
Die Arbeit wurde am "Lehrstuhl für Hydrogeologie" der Technischen Universität Berlin durch Herr Prof. Dr. Tröger betreut, umfasst 131 Seiten und wurde mit der Note 1,0 bewertet.
Auszeichnung mit dem Dr.-Robert-Scheibe-Preis 2008. 
Beim Betrieb von Grundwasserfassungen kann es auf Grund von Alterungserscheinungen
zu Leistungsrückgängen des Brunnenbauwerks kommen. Im Wesentlichen wird zwischen
chemisch-biologisch und mechanisch verursachter Brunnenalterung differenziert. Die chemische
Alterung führt durch physikochemische und biologische Prozesse zu Ausfällungen
und einem allmählichen Verschluss von Filterrohr, Filterkiesschüttung und seltener auch
des angrenzenden Grundwasserleiters. Häufig sind aber die künstlichen Übergänge an der
Bohrlochwand und an den Filterrohrschlitzen betroffen.
Neben den seit langem bekannten mineralischen Inkrustationen und Ausfällungen wurde
vor rund 10 Jahren die Bedeutung der mechanischen Brunnenalterung entdeckt (siehe
DE ZWART, 2006). Durch die Mobilisierung und die Ablagerung von Partikeln kann die
hydraulische Durchlässigkeit der Brunnenumgebung stark vermindert werden. Im Nahfeld
von Brunnen treten im Vergleich zum ungestörten Grundwasserleiter deutlich höhere
Fließgeschwindigkeiten auf, welche eine Mobilisierung von Partikeln befördert. Treffen
diese auf eine Schicht mit geringeren Porenöffnungsweiten, beispielsweise die ehemalige
Bohrlochwand, werden diese dort ausgefiltert und akkumuliert. Dieser Effekt verstärkt
sich, wenn ein Filterkuchen der Bohrlochspülung verblieben ist (siehe DE ZWART, 2006).
Die grundlegend auftretenden Filtrationsprozesse sind die Oberflächen- und die Tiefenfiltration.
Ein spezieller Fall der Tiefenfiltration stellt dabei die Bildung von Partikelbrücken
dar. Dabei sind die einzelnen Partikel klein genug um die Porenhalskanäle zu passieren.
Bei hohen Fließgeschwindigkeiten hingegen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der gleichzeitigen
Ankunft mehrerer Partikel, wodurch diese sich an einer Engstelle verkeilen und
die Pore blockieren können. Dieses Phänomen wurde bei mikroskopischen Untersuchungen
von JONGMANS (2004) bis in eine Entfernung von 10 cm außerhalb der Bohrlochwand
beobachtet. Die Akkumulation von antransportiertem Feinmaterial aus dem Grundwasserleiter
an dieser Barriere reduziert die Durchlässigkeit, erhöht den Eintrittswiderstand
an der Bohrlochwand und verringert damit die Ergiebigkeit des Brunnens.
Die Zunahme der Absenkung bei gleichbleibender oder sich verringernder Förderrate ist
in der Regel ein guter Indikator für eine vorhandene Brunnenalterung.
Alterungsprozesse nehmen somit unmittelbar Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die Lebensdauer und die
Wirtschaftlichkeit eines Brunnens. Zur Minderung und Beseitigung von Brunnenalterung
wurden im Laufe der Zeit verschiedene Regeneriermaßnahmen entwickelt, welche eine Aboder
Auflösung, sowie den anschließenden Austrag der Ablagerungen ermöglichen sollen.
Diese Maßnahmen sind im Merkblatt „W 130“ - Brunnenregenerierung (siehe DVGW W
130 (07/2001)) zusammengefasst und beschrieben. Auf Grund einer Vielzahl von in den
1990er Jahren entwickelten Regeneriertechnologien und der daraus resultierenden Unsicherheit
bezüglich der Wahl des richtigen Regenerierverfahrens, formulierte der DVGWFachausschuss
„Wassergewinnung“ eine Forschungsaufgabe, welche später im Forschungsvorhaben
„W 55/99“ bearbeitet wurde. Das Ziel der Untersuchung(1) lag in der Erforschung
derWirktiefe und der grundsätzlichen Klärung der Wirkmechanismen verschiedener Regeneriertechnologien.
Dies sollte dazu dienen, den Wirkbereich einzelner Technologien unter
klar definierten Rahmenbedingungen präzisieren zu können. (2)
Abbildung 1.1: Stromlinienverlauf bei der Intensiventnahme aus einem Vertikalfilterbunnen
mit einfacher Filterkiesschüttung nach DGFZ (2003)
Im Rahmen dieser Arbeit wurde für einige Technologien der mathematische Nachweis
der Strömungsprozesse im brunnennahen Raum mittels des ASM (Aquifer-Simulation Modell)(3) geführt.
Unter anderem wurde auch das Strömungsverhalten eines Seihers zur Intensiventsandung betrachtet.
Als Ergebnis heißt es dort: „Es konnte nachgewiesen werden, dass die Erwartung des Merkblatt
W 130, dass diese Geräte der Intensiventnahmetechnik ihre Wirkung bis in die anstehende
Bodenformation ausdehnen können, nicht erfüllt werden kann. Die Gerätetechnik
... vermag nur die Filterschlitze und die Filterkiesschicht zu waschen. Der Waschprozess
bezieht sich dabei auf die gesamte Schichtstärke und erreicht eine hohe Effizienz.“ Und
weiter heißt es: „Da die aktiven Behandlungszonen der Technik immer in Höhe der Packer
auftreten, sollte die Arbeitsweise der Geräte durch Anpassung der Umsetzungstechnologie
optimiert werden.“
NILLERT und BÄSLER (2006) haben in ähnlicher Weise die Strömungsgeffekte bei der
Intensiventnahme mittels einer numerischen Modellierung (Feflow 5.3) untersucht. Sie
konnten zeigen, dass die Entsandung des Filterkieses „nicht in einer lateralen Kammerströmung,
... sondern grundsätzlich eher vertikal bei der Umströmung von Manschetten
oder Packern“ stattfindet. Außerdem zeigen ihre Ergebnisse, dass „die gewünschte Reinigungsleistung . . . bei Manschettenscheiben als Kammerbegrenzung . . . kaum weiter als 1
bis 2 dm in die Kammer hinein erzielt“ werden kann, weshalb ein angepasstes Umsetzen
der Entnahmekammer notwendig ist.
NILLERT (2007) konkretisierte dies Anfang 2007 nochmals und stellt fest, dass „die Entsandungskammer
nur an ihren Enden die gewünschte Wirkung erzielt, in ihrer Mitte jedoch
nahezu wirkungslos blieb“. Er weist abschließend darauf hin, dass Packer dabei eine
effektivere Entsandung als Manschetten bewirken.
Diese exemplarischen Untersuchungen werden in der vorliegenden Arbeit vertieft und im
Detail fortgeführt. Am Beispiel der Intensiventsandungstechnologie mittels abgepackerter
Unterwassermotorpumpe wird eine Szenarioanalyse erstellt, welche die Einflussfaktoren
auf die Anströmung und deren Zusammenhänge im brunnennahen Raum beleuchten soll.
Der betrachtete Untersuchungsraum erstreckt sich dabei vom Filterrohr über die Filterkiesschüttung
(Zone I), über die Kontaktzone Grundwasserleiter/Filterkiesschüttung bis
in die anstehende, brunnennahe Gesteinsformation (Zone II).
Die numerische Modellierung verschiedener Szenarien, welche etwa den Einfluss der Brunnendimension,
verschiedener Ausbaugrößen sowie verschiedener Filter- und Filterkieseigenschaften
beinhaltet, ist der Schwerpunkt dieser Arbeit und soll eine Aussage über die
Sensibilität der einzelnen Parameter zulassen. Dies umfasst den Teil II - „Szenarioanalyse
der Fließcharakteristik im brunnennahen Raum“ (ab Seite 37). Auf Basis der Szenarioanalyse
folgt der praktische Nachweis anhand realer, hydraulischer Testarbeiten. In Teil III -
„Hydraulische Testarbeiten“ (ab Seite 79) werden die Ergebnisse einer Differenzmessung
der Reinigungsleistung verschiedener Entsandungskammern an einem Trinkwasserbrunnen
dargelegt.
Im Laufe der weiteren Untersuchungen wird auf die Besonderheiten einer filterkieslosen
Bauweise ebenso eingegangen werden, wie auf die Vorzüge großer und kleiner Brunnendurchmesser.
Im April 2008 veröffentlichten NILLERT, BÄSLER und FUCHS unter dem Titel: Intensiventnahme bei der Brunnenentwicklung und -regenerierung in der DVGW-Fachzeitschrift Energie | Wasser-Praxis 4/2008 zu den Ergebnissen der Strömungsuntersuchung bei der Intensiventnahme mithilfe der numerischen Prozessmodellierung.
Im Mai 2008 folgt an gleicher Stelle (Energie | Wasser-Praxis 5/2008) eine Veröffentlichung zu den praktischen Erfahrungen und die Untersuchungsergebnisse mit der verbesserten Intensiventnahmetechnik ((SDKK) Symmetrische Doppelkolbenkammer)) durch NILLERT, BÄSLER, WICKLEIN und SCHMITZ-HABBEN. Der Artikel steht auf der Homepage der GCI GmbH zum Download bereit.